Donnerstag, 28. August 2014

Brügge

Und noch so ein Feld…



Nur wenige von uns haben der Hauptstadt Westflanderns je einen persönlichen Besuch abgestattet, doch ist sie vielen durchaus bekannt. Filme bilden, Kultfilme vermutlich besonders nachhaltig. Auch spielen bildet. Die Reise in den Nachbarstaat kann beginnen: Brügge nicht sehen, aber spielen.
Der Alltag im 15. Jahrhundert der bedeutenden Hansestadt wird unsere Spielwiese. Kaufleute sind wir und wir streben nach Einfluss, wollen zu den angesehensten Bürgern unserer Stadt zählen, Macht und hohen Status erlangen. Nur mit Hilfe der Bürger und der Unterstützung von Handlangern kann uns gelingen unsere Handschrift im Stadtbild Brügges zu verewigen.
Runde für Runde müssen die Spieler sich entscheiden mit welchen Winkelzügen sie im Streben nach dem Erfolg einen Schritt vorankommen. Vier Aktionen stehen zur Verfügung. Mit diesen können Häuser und Kanäle gebaut, der Einfluss im Rathaus vergrößert und katastrophale Ereignisse abgewendet werden. Zu wenig allerdings bieten diese Aktionen, daher sollte der kluge Spieler sich die Unterstützung der Brügger Bürger sichern. Diese können in die von ihm errichteten Häuser einziehen und fortan seinen Handlungsspielraum erweitern. Alle diese Personen unterstützen Spieler ihrem Charakter entsprechend und bieten eine Verstärkung der gewählten Aktionen oder ermöglichen zusätzliche. Endet das Spiel, erfolgt die Abrechnung. Punkte gibt es so ziemlich für alles; Kanalbau, Hausbau, Bürger die in den eigenen Häusern leben, Einfluss im Rathaus. Jeder zählt und rechnet.
Brügge spielt sich leicht und flüssig. Die starke Mechanik trägt das Spiel. Es könnte daher auch in Hamburg oder einem Ameisenbau angesiedelt sein. Doch die kluge Verzahnung mit dem Thema, die Wahl einer charmanten thematischen Einbettung und schließlich die wunderschöne grafische Umsetzung sorgen dafür, dass das Thema kein anderes hätte sein dürfen. Brügge war eines von drei Spielen, das für das Kennerspiel des Jahres 2013 nominiert wurde. Zu Recht!


Für 2-4 Brügger ab 10 Jahren, Autor: Stefan Feld, Verlag: Hans im Glück

Keine Kommentare:

Kommentar posten