Samstag, 2. März 2013

Tzolk’in: Der Maya Kalender


Da die Menschheit den 21. Dezember des vergangenen - und eben nicht letzten - Jahres schließlich doch überlebt hat, dürfen wir uns dem Erlebnis dieses aufregenden Spiels aussetzen.
Die Spieler verkörpern verschiedene Maya-Stämme und versuchen die Blütezeit der Maya wieder aufleben zu lassen. Fünf Zentren ihrer Hochkultur dienen als Spielstätten, welche die Nahrungsgrundlage Mais und wertvolle und wichtige Rohstoffe liefern und Zentren des Handels und der architektonischen und technischen Entwicklung bedeuten. Die Maya-Stämme erschaffen eine eindrucksvolle Kultur mit prachtvollen Bauten, Monumenten und Tempeln und buhlen um das Ansehen der Gottheiten, die in enger Verbindung mit Tzolkin, dem rituellen Kalender, standen, denn die Gunst der Götter verhilft schließlich einem von ihnen zum Erfolg.

Tzolk’in ist ein Strategiespiel mit dem vertrauten Arbeiter-Einsetz-Mechanismus. Jeder Spieler hat seine eigenen kleinen Figuren und setzt diese Minijobber ein, um von ihnen Arbeitsaufträge erledigen zu lassen. Hier endet dann aber auch die Gewöhnlichkeit, denn mit Tzolk’in wurde gewissermaßen das Rad neu erfunden. Im Zentrum des - wunderschön gestalteten - Spielplans befindet sich das Zahnrad des Tzolkin Kalender. Dieses greift in fünf weitere kleinere Zahnräder, die Zentren des Spielgeschehens. Jedes dieser Zentren bietet verschiedene Orte an denen jeweils eine spezifische Aktion durchgeführt werden kann. Die einfache Regel verlangt vom aktiven Spieler entweder einen oder mehrere seiner Arbeiter auf Zahnräder zu setzen oder von diesen zurück zu holen. Verlassen Arbeiter ein Zahnrad, können sie die Aktion ausführen, die der Ort ihres Abstiegs erlaubt. An manchen darf geerntet, an anderen gehandelt, gebaut, geopfert werden und noch vieles mehr. Sobald jeder Stamm auf diese Weise handeln konnte, beginnt ein neuer Tag und genau ein Zahn der Zeit dreht sich. Und da alle Räder verzahnt sind wandern die kleinen fleißigen Arbeiter von einem Ort zum andern. Tzolk’in ist genial. Die Regeln sind mühelos erlernt, die vielfältigen strategischen Möglichkeiten verlangen Weitblick und Geschick und wollen in vielen Spielrunden immer wieder neu entdeckt werden. Der Reiz wächst von Spiel zu Spiel und vermag jeden, der sich ins Reich der Maya begibt in seinen Bann zu ziehen. Wir können uns glücklich schätzen, dass der Spaß auch nach dem 21. Dezember weiter gehen darf.


Tzolk’in Der Maya-Kalender, von Daniele Tascini und Simone Luciani für 2 bis 4 Weltuntergangs Überlebende ab 13 Jahren. Spieldauer 90 Minuten. Verlag/Vertrieb: CGE/Heidelberger Spielverlag

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